Für Verbraucher
Für Unternehmen
Di, 09.10.2018 - 15:15

SiBa-News

Mindestens 1,3 Millionen vernetzte Kameras in Deutschland verwundbar

Sicherheitsforscher haben in Hard- und Software des chinesischen Herstellers Xiongmai eine Reihe von Sicherheitslücken gefunden. Dessen Kameras werden unter verschiedenen Namen auch in Deutschland vertrieben. Betroffen sind hierzulande geschätzt mehr als 1,3 Millionen Kameras.

 

Die entdeckten Schwachstellen und –Lücken sind dabei gravierend und fahrlässig:

 

Die Kameras werden mit einem Standardkonto „admin“ ausgeliefert, das nicht durch ein Passwort geschützt wird. Hat der Besitzer der Kamera ein Passwort gesetzt, können Angreifer auf ein verstecktes Konto mit dem Namen „default“ zugreifen, das überall das gleiche, unveränderbare Passwort besitzt.

 

Ans Internet angeschlossene Kameras aufzuspüren und mit den genannten Konten zu übernehmen ist aufgrund weiterer Schwachstellen ebenfalls einfach: Die Identifikationsnummern der Geräte sind nicht randomisiert sondern vorhersehbar, der Webserver des Herstellers lässt beliebig viele Anfragen zu. Auf diese Weise können Angreifer mit ganz einfachen Programmen Kameras aufspüren und übernehmen.

 

Wurde eine Kamera gekapert, können die Angreifer gespeichertes Videomaterial sehen, löschen oder manipulieren und in manchen Fällen auch das Live-Video sehen. Auch beim Updatesystem gibt es Schwachstellen: Neue Software für die Kameras wird nicht auf Signaturen überprüft. So können Angreifer problemlos eigene Software aufspielen um die Kameras beispielsweise zu einem Botnetz zusammenzuschließen.

 

Es ist unklar, ob und wann Xiongmai tatsächlich die Sicherheitslücken schließt. Aufgrund der großen Gefährdung der Geräte und mangelnden Absicherungsmöglichkeiten empfehlen Experten, die Kameras vorerst vom Internet zu trennen.

 

SiBa rät beim Kauf von vernetzten Geräten immer sorgfältig vorab zu prüfen, ob es sich um einen vertrauenswürdigen Hersteller handelt: Veröffentlicht dieser regelmäßig Sicherheitsupdates? Wie geht das Unternehmen mit Sicherheitsvorfällen um? Werden die Produkte standardmäßig durch starke Passwörter geschützt?

Wie schütze ich mich?

Weitere Sicherheitshinweise

Sicherheitslücke bei GTA V könnte Schadsoftware ermöglichen
Beim populären Computerspiel Grand Theft Auto V wurde eine Schwachstelle bekannt, die es Angreifern ermöglicht, Spieldaten aus der Ferne zu manipulieren. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, das Spielerkonten geblockt oder gelöscht werden. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass die Sicherheitslücke genutzt werden kann, um Schadsoftware auf betreffenden Zielgeräten auszuführen. Der... Mehr...
Polizei warnt 1&1-Kund:innen vor Betrug per E-Mail
Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt in seiner gestern veröffentlichten Pressemitteilung Kund:innen von 1... Mehr...
Bafin warnt von Handy-Trojaner "Godfather"
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat eine Warnung vor der Schadsoftware "Godfather" veröffentlicht, die weltweit ihr Unwesen treibt. Auch Nutzer:innen in Deutschland sind betroffen. Bei der Schadsoftware handelt es sich um einen Trojaner, welcher sich in Smartphones einnistet, Eingaben bei Banking-Apps aufzeichnet und an Betrüger übermittelt. Außerdem greift "Godfather... Mehr...
Deutschland sicher im Netz
Jetzt engagieren und Menschen aufklären
Jetzt bei DsiN mitmachen