02.11.2017

Kinderhilfswerk: Umgang mit Persönlichkeitsrechten zu sorglos

Viele Eltern gehen sorglos mit den Persönlichkeitsrechten ihrer Kindern um, wenn es um Bilder in Sozialen Medien wie WhatsApp, Facebook oder Instagram geht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DsiN-Mitgliedsorganisation Deutsches Kinderhilfswerk (DKHW). So gaben 34 Prozent der Befragten an, Bilder und Informationen von Kindern zu posten, ohne die Kinder einzubeziehen. 30 Prozent informieren die Kinder lediglich. Eine explizite Erlaubnis der Kinder holt nur etwa jeder dritte Befragte ein.

DKHW-Präsident Thomas Krüger wies darauf hin, dass Persönlichkeitsrechte von Kindern sich über alle Lebensbereiche und damit auch auf den digitalen Raum erstrecken. „Es ist daher wichtig, nicht nur bei den Kindern selbst sondern auch bei Erwachsenen, insbesondere den Eltern, ein Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Informationen und Bildern von Kindern in Sozialen Medien zu schaffen. Ein großer Teil der Erwachsenen macht sich anscheinend keine Gedanken über die Risiken, dass Bildmaterial von ihren Kindern in falsche Hände gerät. Auch scheint es nur eine knappe Mehrheit zu interessieren, welche Rechte sie dabei an die Plattformen abgeben", so Thomas Krüger.

Der mit großem Abstand am häufigsten genutzte Dienst für die Verbreitung der Informationen und Bilder ist dabei mit 84 Prozent WhatsApp. Facebook und Instagram folgen mit 33 bzw. 15 Prozent. Auf die Frage nach dem Alter, ab dem Kinder in die Entscheidung über eine Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten über Soziale Medien einbezogen werden sollten, antworteten die Erwachsenen mehrheitlich, dass dies erst ab einem Alter von 10 Jahren sinnvoll ist.

DsiN-Projekte wie die Digitale Nachbarschaft klären in Webinaren und Selbstlernkursen kostenfrei über Themen wie Persönlichkeitsrechte, Bildrechte oder Datenschutz auf. So werden Nutzergruppen sensibilisiert und angeleitet, verantwortungsvoll auch mit den Rechten anderer im digitalen Raum umzugehen.

Die Durchführung der repräsentativen Umfrage durch das Politikforschungsinstitut Kantar Public erfolgte im Rahmen eines Projekts der Koordinierungsstelle Kinderrechte des Deutschen Kinderhilfswerkes.

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Bildnachweis: Fotolia

 
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