05.02.2015

Trend-App YouNow: Risiken für Kinder und Jugendliche

Die neue Online-Plattform YouNow begeistert weltweit Jugendliche. Per Videochat kommunizieren die Nutzer dabei miteinander in Echtzeit. Doch gerade diese Unmittelbarkeit bringt viele Gefahren für junge Nutzer mit sich.

Durch die Live-Wiedergabe-Funktion der App YouNow steigt das Risiko, dass unreflektierte Inhalte ins Netz gelangen. Das Live-Streaming macht ein voriges Überprüfen der gesendeten Inhalte unmöglich und so sind persönliche Daten schnell an Unbekannte preisgegeben.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist das Bewusstsein für Privatsphäre und Öffentlichkeit im Netz noch nicht geschärft. Sie verwenden Klarnamen, benennen Wohnort oder Schule und geben zu viele persönliche Informationen preis. Die Daten sind damit nicht nur in den Händen des Unternehmens YouNow, sondern der ganzen Netz-Community zugänglich. Heranwachsende können oft noch nicht einschätzen, mit wem sie sich auf diesem Weg einlassen.

DsiN identifiziert neben datenschutzrechtlichen Bedenken drei weitere Problemfelder bei der YouNow-App:

  • Verletzung von Persönlichkeitsrechten: Bei Live-Schaltungen, beispielsweise aus Klassenzimmern, können Mitschüler gezeigt werden, die damit nicht einverstanden sind. Durch das Recht am eigenen Bild kann dieses Verhalten in Deutschland strafbar sein.

  • Fehlender Jugendschutz: Nutzer der App können leicht mit pornografischen Inhalten belästigt werden; Experten kritisieren zudem, dass das Alter bei der Anmeldung nicht überprüft wird.

  • Urheberrecht: Urheberrechtlich geschützte Musik, die während des Streamings  läuft, kann abgemahnt werden.

DsiN-Tipps: So schützen Eltern Ihr Kind

Als Elternteil empfehlen wir Ihnen, Ihr Kind über die negativen Aspekte der App aufzuklären und im gemeinsamen Gespräch Sicherheitsegeln für die Nutzung aufzustellen.

Reine Verbote sind selten hilfreich. Stattdessen sollten Eltern Nutzungszeiten und -pausen mit ihren Kindern fest vereinbaren. Wichtig ist, dass auch andere Freizeitbeschäftigungen ihren Platz im Alltag haben.

Sie sollten eine Anmeldung beim Dienst vorab mit Ihrem Kind besprechen und es dabei begleiten. Achten Sie darauf, dass keine Klarnamen verwendet werden und keine privaten Informationen preisgegeben werden.

Weisen Sie Ihr Kind zudem darauf hin, dass die erstellen Clips auch von Dritten gespeichert oder weiterverbreitet werden könnten.

Vor allem sollten Eltern ihre Kinder dazu ermutigen, ihnen alles zu zeigen, was evtl. Unbehagen auslöst. Wichtig ist, bei Kindern von Anfang an ein Bewusstsein für den sicheren Umgang mit persönlichen Daten zu schaffen.

 
Drucken

Verbraucher-News

15.01.2018 |

Digitale Nachbarschaft 2018: Aktuelle Angebote zum Mitmachen

15.01.2018 - Webinare, Selbstlernkurse, Workshops vor Ort: Die Digitale Nachbarschaft unterstützt auch 2018 die sichere Digitalisierung des Ehrenamts. Mehr erfahren

09.01.2018 |

Google.Org Impact Challenge: Kleine Taten können Grosses bewirken

09.01.2018 - DsiN-Mitglied Google lädt gemeinnützige Organisationen und Vereine ein, sich noch bis morgen mit ihrem Projekt zur Digitalisierung zu bewerben.Mehr erfahren

08.12.2017 |

DigiBitS: Beirat unterstützt Lehrkräftefortbildung

08.12.2017 – Das Bildungsangebot Digitale Bildung trifft Schule (DigiBitS) verstärkt seine Lehrerfortbildungen und geht neue Partnerschaften ein. Dafür sprach sich der DigiBitS-Beirat am Dienstag in Berlin aus.Mehr erfahren