Für Verbraucher
Für Unternehmen
Mi, 27.01.2021 - 16:45

SiBa-News

Polizei und Staatsanwaltschaft zerschlagen Schadsoftware Emotet

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben gestern in einer international konzentrierten Aktion die Infrastruktur der Schadsoftware Emotet unschädlich gemacht. Europol und Eurojust haben die Aktion unterstützt.

Emotet wurde im Dezember 2018 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als „weltweit gefährlichste Schadsoftware“ eingestuft. Zahlreiche Behörden waren in den letzten zwei Jahren betroffen, u.a. das Kammergericht in Berlin. Das Virus verbreitete sich über Dateianhänge, vorrangig über Dateien im Format .doc von Microsoft Word. Bei aktivierten Makros lud Emotet weitere Schadsoftware, wie z.B. „Trickbot“, herunter, die persönlichen Dateien abgriff, vor allem Zugangsdaten für das Online-Banking. Außerdem verbreitete sich Emotet über Outlook weiter, v.a. in Firmennetzwerken.

Die Ermittler haben nun verschiedene Server in unterschiedlichen Staaten identifiziert, mit denen die Schadsoftware verteilt und die Opfersysteme kontrolliert und gesteuert wurden. Es wurden allein in Deutschland 17 Server beschlagnahmt, weitere in den Niederlanden, in Litauen und in der Ukraine. Der Zugriff der Täter auf die Emotet-Infrastruktur wurde unterbunden. Die Kontrolle über diese liegt nun bei den Ermittlern.

Durch die Übernahme der Kontrolle konnte die Schadsoftware auf Opfersystemen unschädlich gemacht werden. Dabei erlangten die Ermittler an die IP-Adressen der Systeme. Diese wurden dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) übermittelt. Das BSI gibt sie an die Netzanbieter weiter, welche dann die betroffenen Kunden über Beseitigungsmaßnahmen der Schadsoftware informieren. Das BSI ruft dazu auf, diese Maßnahmen ernst zu nehmen und durchzuführen. SiBa schließt sich diesem Aufruf an.

Das ZIT und das BKA bewerten die Aktion als einen „bedeutenden Schlag gegen die international organisierte Internetkriminalität“. SiBa schließt sich dieser Einschätzung an und freut sich über die wesentliche Verbesserung der Cybersicherheit in Deutschland und weltweit.

Wer kann mir helfen?

Weitere Sicherheitshinweise

Nach Facebook: Datenleck jetzt auch bei Clubhouse
Vor einer Woche wurde bekannt, dass über 500 Millionen Daten von Facebook-Konten veröffentlicht wurden (SiBa berichtete). Kurz danach kam es offenbar zu einem erneuten Datenleck: Kriminelle sollen nach Angaben des US-Newsportals „Cybernews“ 1,3 Millionen persönliche Daten aus Clubhouse abgegriffen und in Hackerforen zum Download angeboten haben. Darunter: Vor- und Nachnamen, Profilfotos, in... Mehr...
Gefälschte SMS mit angeblicher Paketbenachrichtigung vermehrt im Umlauf
Offenbar versenden Krimielle zurzeit wieder massenhaft SMS mit Paketbenachrichtigungen im Namen von Paketdiensten wie z.B. DHL. Dies berichten mehrere Pressemeldungen sowie Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter. Hintergrund ist vermeintlich ein Datenleck bei Facebook, wodurch Kriminelle an zahlreiche Telefonnummern gelangt sind (SiBa berichtete diese Woche.) »Ihr Paket steht noch aus. Bitte... Mehr...
Datenleck bei Facebook: Millionen Nutzerdaten aus 2019 im Internet veröffentlicht
Laut aktuellen Presseberichten haben Kriminelle persönliche Daten von 533 Millionen Facebook-Konten aus 106 Ländern im Netz veröffentlicht. Darunter: Facebook-IDs, E-Mail-Adressen, Passwörter, Telefonnummern und Geburtsdaten. Entdeckt wurden sie vom Cybercrime-Unternehmen Hudson Rock. Die Daten können missbraucht werden, z.B. für einen Identitätsdiebstahl. Das bedeutet: Die Kriminellen geben... Mehr...
Deutschland sicher im Netz
Jetzt engagieren und Menschen aufklären
Jetzt bei DsiN mitmachen