27.01.2015

DsiN und Andrea Voßhoff (BfDI) zum Europäischen Datenschutztag

  • Digitale Autonomie durch Aufklärung 2.0 stärken
  • Unterstützung für Fatalisten und Außenstehenden ist „Herkulesaufgabe“
  • Aktuelle Verbraucher-Tipps von DsiN

Zum Europäischen Datenschutztag mahnt der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN), Aufklärungsarbeit zum Schutz und Sicherheit der Daten zu verbessern. „Wir müssen das Bedürfnis nach Selbstkontrolle und Schutz der eigenen Daten im Netz stärker aufgreifen. Das heißt auch: Anwender befähigen, die eigenen Risiken besser einzuschätzen und sich angemessen zu schützen“, erklärte Dr. Michael Littger, Geschäftsführer der IT-Sicherheitsinitiative Deutschland sicher im Netz e.V.

Als Ergebnis des DsiN-Index 2014 zur Sicherheitslage der Verbraucher ruft DsiN zu neuen Initiativen unter dem Begriff der „Digitalen Aufklärung 2.0“ auf. Damit reagiert DsiN auf ein Digitales Sicherheitsgefälle in Deutschland, das laut DsiN Index auf mangelnde Kenntnisse und Verhaltensweisen im Netz zurückzuführen sei. „Mit Aufklärung 2.0 werden wir die individuellen Bedürfnisse der Nutzer stärker berücksichtigen und konkret zur Verbesserung der Sicherheitslage beitragen.“

„Der Schutz aller Bürgerinnen und Bürger vor Kriminalität im Internet ist die Herkulesaufgabe in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts“, mahnte Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Verbraucher ohne digitale Vorkenntnisse und jene, die Schutzmaßnahmen per se keine Aufmerksamkeit schenken, sollten zielgerichtet informiert werden. Sie gehören laut aktuellem DsiN-Index zu den besonders gefährdeten Menschen im Netz.

„Neben der Aufklärungsarbeit für mehr IT-Sicherheit gibt es aber auch eine Verantwortung der Anbieter, sichere und nutzerfreundliche Dienste auf den Markt zu bringen. Wichtig ist, dass sich alle Faktoren wie Regulierung, Technologien und Aufklärung angemessen ergänzen",  so Voßhoff. "Deshalb unterstütze ich die Initiative von Deutschland sicher im Netz für eine Verstärkung der Digitalen Aufklärung.“

Zum Europäischen Datenschutztag veröffentlicht DsiN aktuell „Sieben Tipps für Verbraucher zum Schutz der digitalen Identität im Internet“:

  • Benutzerprofile: Legen Sie für unterschiedliche Angebote mehrere Benut-zerprofile im Netz an. Ihr Benutzername und Passwort sollte keine persönlichen Angaben enthalten – wie Namen, Wohnorte oder Altersangaben.
  • Suchmaschinen: Kontrollieren Sie gelegentlich, ob Ihre Einstellungen so gespeichert sind, dass Ihr Profil – etwa in einem sozialen Netzwerk – über die Suchmaschine gefunden werden kann.
  • Datenschutzerklärung: Achten Sie auf Datenschutzerklärungen eines Anbieters, bevor Sie sich zu einem Dienst im Internet anmelden. Wenn Sie den Anbieter nicht kennen, empfehlen wir eine Kurzrecherche im Netz.
  • Datensparsamkeit: Bevor Sie private Daten und Bilder ins Netz stellen,  seien Sie sich bewusst, dass in sozialen Netzwerken nicht nur Freunde auf Ihr Profil zugreifen können und Daten über Jahre auffindbar bleiben.
  • Unbekanntes meiden: Um einen unbefugten Zugriff auf Ihre Daten zu erschweren, vermeiden Sie den Zugang auf unbekannte Daten – etwa die Betätigung eines Weblinks oder Anhangs, den ein Unbekannter zuschickt.
  • Ausspähung vermeiden: Geheime Daten wie PIN, TAN (Online-Banking) oder Passwörter gehen nur Sie etwas an; seriöse Anbieter werden Sie niemals auffordern diese preiszugeben.
  • Tracking des Standorts: Bei Verwendung von mobilen Endgeräten können Bewegungen und Gewohnheiten aufgezeichnet werden. Sie sollten bewusst entscheiden, wer wann über Ihre Positionierungsdaten verfügen darf. Betätigen Sie dazu die GPS- und die WLAN-Funktion an Ihrem Gerät.

Der DsiN-Index 2014 ist abrufbar unter DsiN-Index

 

Über Deutschland sicher im Netz e.V.
DsiN wurde im 1. Nationalen IT-Gipfel ins Leben gerufen mit dem Ziel, als Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen konkrete Hilfestellungen für mehr Sicherheitsbewusstsein im Netz zu leisten. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein Strategien und Maßnahmen zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. 2007 übernahm das Bundesministerium des Innern die Schirmherrschaft für DsiN. www.sicher-im-netz.de

Drucken
 

Topmeldungen