11.08.2015

Tag der Jugend 2015: Jugendliche im Netz gefährdet

  • DsiN-Sicherheitsindex 2015: Jugendliche gefährdetste Altersgruppe im Netz
  • Doppeltes Risiko bei Identitätsdiebstahl von jungen Onlinern
  • Digitale Sorglosigkeit: 40 Prozent ignorieren Logout-Funktion

Jugendliche sind die gefährdetste Gruppe im Netz – dies zeigt der aktuelle DsiN-Sicherheitsindex 2015. Bei keiner anderen Altersgruppe häufen sich Sicherheitsvorfälle so wie bei den 16- bis 19-Jährigen: Fast 83 Prozent waren in den letzten 12 Monaten von mindestens einem Sicherheitsvorfall betroffen.
Besonders betroffen sind junge Onliner von Identitäts- und Datenklau: So wurden bereits bei jedem Fünften unerwünschte E-Mails im eigenen Namen versandt; das sind fast 10 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Über falsche Identitäten im eigenen Namen etwa in sozialen Netzwerken berichten 17 Prozent. Dies betrifft jugendliche Onliner damit dreimal so oft wie andere Nutzer (5,1 Prozent).

„Als aktivste Gruppe im Netz sind jugendliche Nutzer besonders gefährdet“, so DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger. „Zudem beobachten wir bei Jugendlichen eine digitale Sorglosigkeit im Umgang mit persönlichen Daten. Viele wissen, welche Schutzmaßnahmen existieren, sind aber zu nachlässig und wenden diese nicht an.“
Der DsiN-Index zeigt, dass nachlässiges Verhalten Jugendlicher ein Grund für ihr hohes Gefährdungspotential sein kann. So verzichtet knapp die Hälfte auf einen regelmäßigen Passwort-Wechsel (47 Prozent). 40 Prozent benutzen keine Logout-Funktion und verzichten damit auf einen wirksamen Schutz gegen Angriffe.

Ein weiterer Risikofaktor sind Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor Schadbefall: 30 Prozent überprüfen weder Links noch Anhänge in E-Mails vor dem Öffnen; 28,6 Prozent surfen ohne Firewall-Schutz.
„Vor allem beim Schutz der eigenen Daten wie etwa beim Fremdzugriff haben die jungen Nutzer noch Nachholbedarf. Entsprechendes Wissen sowie Hilfestellungen müssen ihnen auf Augenhöhe vermittelt werden – das leistet DsiN mit seiner digitalen Aufklärung 2.0.“, so Littger.

DsiN-Tipps für sichere Identitäten im Netz
Um digitale Identitäten abzusichern, empfiehlt DsiN einen bewussteren Umgang mit der Preisgabe von persönlichen Daten im Internet:

  • Datenschutzerklärungen: Bevor Sie sich für einen Dienst im Internet registrieren, achten Sie auf die geltenden Datenschutzerklärungen der Anbieter.
  • Benutzerprofile: Legen Sie verschiedene Benutzerprofile für unterschiedliche Angebote an.
  • Benutzernamen: Verwenden Sie stets unterschiedliche Benutzernamen und Passwörter.
  • Datensparsamkeit: Geben Sie nur so viel von sich preis, wie für den jeweiligen Dienst notwendig ist. Dies gilt vor allem für Soziale Netzwerke. Faustregel: „Erst denken, dann posten.“
  • Ausspähen von Daten: Schützen Sie sich vor Trickbetrügern im Internet  („Phishing“): Achten Sie bei Downloads im Internet darauf, keinen verdächtigen Weblink zu betätigen, beispielsweise zu Gewinnen. PIN, TAN (beim Online-Banking) oder Passwörter nicht per Mail versenden: Seriöse Anbieter würden Sie dazu niemals auffordern.

DsiN-Sicherheitsindex 2015
Der DsiN-Sicherheitsindex wurde im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 2010 Internetnutzern durch TNS Infratest im Auftrag von Deutschland sicher im Netz erstellt. Er wird jährlich erhoben, um die digitale Sicherheitslage der Verbraucher in Deutschland zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus Anknüpfungspunkte für eine effektive und wirksame Aufklärungsarbeit liefern.
Die Ergebnisse: Trotz leicht verbesserter digitaler Sicherheitslage steigt die allgemeine Verunsicherung deutscher Onliner. Knapp 60 Prozent bedürfen zusätzlicher Unterstützung. Die Kenntnisse bei Schutzmaßnahmen stagnieren und auch die Bereitschaft, vorhandenes Sicherheitswissen anzuwenden.
Download

Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)
DsiN wurde im 1. Nationalen IT-Gipfel ins Leben gerufen mit dem Ziel, als Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen konkrete Hilfestellungen für mehr Sicherheitsbewusstsein im Netz zu leisten. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein Strategien und Maßnahmen zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. 2007 übernahm das Bundesministerium des Innern die Schirmherrschaft für DsiN. www.sicher-im-netz.de

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