Vorsicht vor falschen IT-Support-Anfragen im Unternehmensumfeld
Cyberkriminelle nehmen aktuell gezielt Vorstände, Geschäftsführer:innen und andere Führungskräfte ins Visier. Wie das Fachportal Infopoint Security berichtet, kombinieren die Täter dabei verschiedene Social-Engineering-Methoden, um innerhalb kürzester Zeit Zugriff auf Unternehmenssysteme zu erhalten.
Die Angriffe beginnen häufig mit sogenanntem „E-Mail-Bombing“: Betroffene erhalten innerhalb weniger Minuten eine große Anzahl an E-Mails, um Stress und Verunsicherung auszulösen. Kurz darauf melden sich die Täter über Microsoft Teams oder telefonisch und geben sich als interne IT-Mitarbeitende aus. Unter dem Vorwand, bei dem angeblichen E-Mail-Problem helfen zu wollen, versuchen sie Vertrauen aufzubauen und die Opfer zur Freigabe von Fernzugriffen zu bewegen.
Dabei kommen oftmals legitime Fernwartungsprogramme wie „Quick Assist“ oder „Supremo Remote Desktop“ zum Einsatz. Da diese Programme regulär in Unternehmen genutzt werden, schlagen viele Sicherheitslösungen zunächst keinen Alarm. Laut Sicherheitsanalysen vergehen zwischen dem ersten Kontakt und der Ausführung schädlicher Skripte teilweise weniger als zwölf Minuten.
Die Angriffe zeigen, dass Cyberkriminelle zunehmend psychologischen Druck und alltägliche Kommunikationswege nutzen, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Besonders gefährdet sind Personen mit weitreichenden Zugriffsrechten innerhalb von Unternehmen.
SiBa empfiehlt:
- Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Kontaktaufnahmen über Microsoft Teams, Telefon oder E-Mail – insbesondere wenn Zeitdruck aufgebaut wird.
- Geben Sie niemals Fernzugriffe auf Ihr Gerät frei, ohne die Identität der anfragenden Person über offizielle Wege zu prüfen.
- Sensibilisieren Sie insbesondere Führungskräfte regelmäßig für moderne Social-Engineering-Angriffe.
- Beschränken Sie die Nutzung von Fernwartungstools auf notwendige Anwendungen und autorisierte Mitarbeitende.

