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Gezielte Phishing-Angriffe auf Signal: Staatliche Akteure versuchen Messenger-Konten zu übernehmen

Deutsche Sicherheitsbehörden warnen aktuell vor gezielten Phishing-Angriffen auf Nutzer:innen des Messengerdienstes Signal. Nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik handelt es sich dabei mutmaßlich um einen staatlich gesteuerten Cyberakteur. Im Fokus der Angriffe stehen hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalist:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft in Deutschland und Europa.

Die Angriffe erfolgen direkt über Signal-Nachrichten, die den Anschein erwecken, vom offiziellen Support des Messengerdienstes zu stammen. In diesen Nachrichten werden die Betroffenen aufgefordert, einen Verifizierungscode oder ihre Sicherheits-PIN einzugeben. Gelangen diese Informationen in die Hände der Angreifer, können sie das Signal-Konto übernehmen, auf Kontaktlisten zugreifen und laufende sowie neue Chatnachrichten mitlesen.

In einer weiteren Variante werden Nutzer:innen dazu verleitet, einen QR-Code zu scannen. Dadurch wird ein zusätzliches, von den Angreifern kontrolliertes Gerät mit dem Signal-Konto verknüpft. Auch so erhalten die Angreifer Zugriff auf Kontakte und können unter Umständen sogar frühere Nachrichten einsehen.

Die Behörden warnen ausdrücklich vor den weitreichenden Folgen eines kompromittierten Messenger-Kontos. Neben der Einsicht in vertrauliche Einzelkommunikation können über Gruppen-Chats ganze Netzwerke ausgespäht werden. Zudem lassen sich sensible Kontaktstrukturen rekonstruieren, die für weitere nachrichtendienstliche oder kriminelle Aktivitäten genutzt werden könnten.

Zu einer konkreten staatlichen Urheberschaft äußerten sich die Behörden nicht. In der Vergangenheit wurden jedoch ähnliche Angriffe Akteuren zugeschrieben, die mit russischen Nachrichtendiensten in Verbindung stehen. Bereits zuvor hatte die Google Threat Intelligence Group vor wachsenden Versuchen gewarnt, Signal-Konten von Personen zu kompromittieren, die für russische Geheimdienste von besonderem Interesse sind.

SiBa empfiehlt

  • Seien Sie besonders misstrauisch bei Nachrichten, die angeblich vom Support eines Messengerdienstes stammen und zur Eingabe von Codes oder PINs auffordern.
  • Geben Sie niemals Verifizierungscodes, Sicherheits-PINs oder andere Zugangsdaten weiter, auch nicht innerhalb einer Messenger-App.
  • Prüfen Sie Sicherheitshinweise ausschließlich über die offiziellen Kanäle und Einstellungen des jeweiligen Dienstes.
  • Sensibilisieren Sie Kolleg:innen und Kontakte, insbesondere in sensiblen Arbeitsbereichen, für gezielte Phishing-Angriffe über Messenger-Dienste.

Wer kann mir helfen?

BSI – Wie schützt man sich gegen Phishing?
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Beim Phishing greifen Betrüger sensible Daten ab

Wie schütze ich mich?

Sicherheit – Signal-Support
Gefahrenschutz • Digitalführerschein (DiFü)

Quelle der Meldung: Tagesspiegel

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