Patchday: Schadcode Angriffe auf die Androidbetriebssysteme 13, 14 und 15
Veröffentlicht am: 6. Mai, 2025
Über eine Sicherheitslücke ist es Angreifern gelungen, Schadsoftware auf die Betriebssysteme von Android 13, 14 und 15 einzuschleusen und sich dadurch höhere Nutzerrechte zu verschaffen. Im schlimmsten Fall können Angreifer erheblichen Schaden verursachen oder die Kontrolle über die betroffenen Geräte erlangen.
Laut Google bewerten die Android-Entwickler eine bestimmte Sicherheitslücke in den Versionen 13 und 14 als besonders kritisch. Über diese Schwachstelle können Angreifer Schadsoftware auf ein Gerät bringen – ohne dass Nutzer:innen etwas tun oder spezielle Nutzerrechte freigeben. Aktuell wird die Lücke bereits für gezielte Angriffe ausgenutzt. Wie viele Geräte betroffen sind, ist bislang unklar. Google spricht von begrenzten Fällen.
Das Unternehmen hat zwar im Rahmen ihrer regelmäßigen Sicherheitsupdates (Patchday) die Lücken geschlossen, allerdings sollten die Nutzer:innen schnellstmöglich prüfen, ob Updates verfügbar sind, und diese installieren.
SiBa empfiehlt: prüfen Sie unter Einstellungen > Softwareupdates, ob ein Update bereitsteht. Installieren Sie umgehend die verfügbaren Aktualisierungen, am besten nach Veröffentlichung und bleiben Sie aufmerksam bei ungewöhnlichem Verhalten Ihres Geräts.
Eine Sicherheitslücke in der Bildschirmfreigabe von macOS wird bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-65400 ermöglicht es Angreifer im Netzwerk, die Anmeldung bei der Bildschirmfreigabe zu umgehen und sich ohne gültige Zugangsdaten anzumelden.Die Bildschirmfreigabe von macOS ermöglicht es grundsätzlich, einen Mac aus der Ferne zu sehen und zu steuern. Ursache der Schwachstelle ist ein Fehler bei der Verwaltung des Anmeldevorgangs. Apple zufolge wurde das Problem inzwischen behoben.Bei bereits beobachteten Angriffen waren Systeme betroffen, deren Bildschirmfreigabe über Port 5900 aus dem Internet erreichbar war. Angreifer verschafften sich dabei weitreichende Zugriffsrechte und installierten unter anderem einen Monero-Kryptominer. Dieser missbraucht die Rechenleistung des betroffenen Macs, um im Hintergrund ohne Wissen der Besitzer Kryptowährung zu schürfen. Die Gefahr ist damit nicht nur theoretischer Natur – die Schwachstelle wird bereits aktiv ausgenutzt.Apple hat Sicherheitsupdates veröffentlicht, die die Schwachstelle schließen. Nutzer sollten mindestens auf macOS Tahoe 26.6.1, macOS Sequoia 15.7.9 oder macOS Sonoma 14.8.9 aktualisieren. Wer die Bildschirmfreigabe nicht benötigt, sollte sie vorsorglich deaktivieren.SiBa empfiehlt
Installieren Sie verfügbare macOS-Sicherheitsupdates möglichst umgehend.
Deaktivieren Sie die Bildschirmfreigabe, wenn Sie diese nicht benötigen.
Stellen Sie sicher, dass die Bildschirmfreigabe beziehungsweise Port 5900 nicht unnötig aus dem Internet erreichbar ist.
Wurde ein ungepatchtes System mit öffentlich erreichbarer Bildschirmfreigabe betrieben, sollte es auf Anzeichen einer Kompromittierung überprüft werden.
Wer im Internet nach kostenlosen Programmen sucht, sollte derzeit besonders aufmerksam sein. Sicherheitsforschende und Entwickler haben eine groß angelegte Kampagne aufgedeckt, bei der zahlreiche gefälschte Webseiten bekannte Windows-Programme und andere beliebte Tools imitieren. Ziel der Seiten ist es, Nutzer:innen zum Herunterladen manipulierter Installationsdateien zu verleiten, die Schadsoftware enthalten können.
Die Webseiten erscheinen häufig weit oben in Suchmaschinen und wirken auf den ersten Blick seriös. Sie verwenden bekannte Programmnamen, Logos, Produktbeschreibungen und teilweise sogar Inhalte der echten Herstellerseiten. Wer dort auf den Download-Button klickt, erhält jedoch unter Umständen keine originale Software, sondern eine präparierte Datei oder wird über mehrere Weiterleitungen zu einem Schadprogramm geführt. Dabei kommen unter anderem sogenannte Traffic Distribution Systems (TDS) zum Einsatz. Diese entscheiden anhand verschiedener Merkmale – etwa Standort, Browser oder Gerät – ob Besucher:innen auf eine harmlose Seite oder zu einer Schadsoftware weitergeleitet werden. Dadurch wird die Erkennung durch Sicherheitslösungen zusätzlich erschwert.
Je nach Kampagne können unterschiedliche Schadprogramme verteilt werden. Häufig handelt es sich um sogenannte Infostealer, die gespeicherte Passwörter, Browserdaten, Zugangsdaten, Kryptowallets oder andere sensible Informationen stehlen. In anderen Fällen werden weitere Schadprogramme nachgeladen oder Fernzugriffe auf das betroffene Gerät ermöglicht. Besonders gefährdet sind Personen, die nach kostenlosen Tools, Open-Source-Programmen oder beliebten Windows-Anwendungen suchen und diese nicht von den offiziellen Webseiten herunterladen.
SiBa empfiehlt:
Laden Sie Programme ausschließlich von den offiziellen Webseiten der Hersteller oder den offiziellen Projektseiten herunter.
Prüfen Sie die Internetadresse sorgfältig. Schon kleine Abweichungen im Domainnamen können auf eine Fälschung hinweisen.
Seien Sie misstrauisch, wenn eine Webseite ungewöhnlich viele Werbetexte, KI-generierte Inhalte oder auffällige Download-Schaltflächen enthält.
Halten Sie Ihr Betriebssystem sowie Ihre Sicherheitssoftware aktuell und überprüfen Sie heruntergeladene Dateien vor dem Öffnen.
Wer kann mir helfen?
BSI – Sicheres Herunterladen von Software: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Software/software_node.html
Digitalführerschein (DiFü): https://difue.de/
Wie schütze ich mich?
DsiN – Daten vor Verlust und Fremdzugriff schützen: https://www.sicher-im-netz.de/daten-vor-verlust-und-fremdzugriff-sch%C3%BCtzen/
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