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Corona-Warn-App: Der DsiN-News-Blog für Verbraucher:innen

Die neuentwickelte Tracing-App der Bundesregierung soll helfen, die Corona-Pandemie einzudämmen. Deutschland sicher im Netz erklärt im Live-Blog, was Verbraucher:innen wissen müssen.
Corona-Warn-App Risiko unbekannt
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Photo by Mika Baumeister on Unsplash

07.07.2020 – Sie ist eines der wichtigsten Digitalthemen in den vergangenen Monate: Die Corona-Tracing-App der Bundesregierung. Die Entwicklung der Corona-Warn-App – so der offizielle Name der Anwendung - nahm mehrere Monate in Anspruch. Deutschland sicher im Netz klärt bundesweit in zahlreichen Projekt-Anlaufstellen über die sichere Nutzung der App auf.


+++ Update 07.07. 12:00  Uhr: Das RKI hat über Twitter mitgeteilt. dass die Corona-Warn-App nun in allen EU-Staaten, Großbritanien, der Schweiz und Norwegen zum Download verfügbar ist. Hier finden Sie weitere Informationen zur Corona-Warn-App im Ausland. +++


 


+++ Update 03.07. 8:30 Uhr: Ab sofort ist ein iOS-Update für die Corona-Warn-App verfügbar. Das Update für Android-Nutzer erschien bereits am 20. Juni. Haben Sie automatische Updates auf Ihrem Smartphone deaktiviert, dann veranlassen Sie die Aktualisierung so bald wie möglich manuell. Die Corona-Warn-App sollte immer auf dem aktuellsten Stand auf Ihrem Smartphone laufen. +++


+++ Update 02.07., 11:00 Uhr: Im ersten Erklärvideo von "Digitaler Engel TV", dem neuen YouTube-Format für Ältere, dreht sich alles um die Corona-Warn-App der Bundesregierung: +++

Die Corona-Warn-App für Senior*innen erklärt: So funktioniert die App.

 


+++ Update 30.06., 11:30 Uhr: Die Zahl der Downloads der Corona-Warn-App ist am Montag auf 14 Millionen gestiegen. Das entspricht 17 Prozent der Bevölkerung. Die Bundesregierung ist Medienberichten zufolge zudem derzeit mit Apple und Google im Gespräch, um die App auch für ältere Smartphones kompartibel zu machen. +++


+++ Update 29.06., 14:30 Uhr: Das Bundesministerium für Gesungheit weist via Twitter darauf hin, dass es Betrüger:innen versuchen mit falschen Apps Schadsoftware zu verbreiten. Die Corona-Warn-App deshalb nur über die offiziellen Links im App Store und Google Play Store herunterladen. +++


+++ Update 29.06., 14:00 Uhr: Die Corona-Warn-App zeigt bei Apple-Geräten vereinzelt Fehlermeldungen an. Es wird eine Meldung eingeblendet, laut der die Anwendung regional möglicherweise nicht unterstützt werde. Laut Entwicklerteam liegt das Problem bei Apple. Die Funktionsfähigkeit der App soll trotz Fehlermeldung nicht eingeschränkt sein. +++


+++ Update 26.06., 11:00 Uhr: Bisher konnte die Corona-Warn-App aus dem App- oder Play Store ausschließlich von Konten aus Deutschland heruntergeladen werden. Nun wird die App schrittweise auch in weiteren europäischen Ländern zur Verfügung gestellt. Die Corona-Warn-App ist nun auch in Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Polen und Rumänien nutzbar, teilte das Robert-Koch-Institut per Twitter mit.  Die App ist bereits mehr als 13 Millionen mal heruntergeladen worden. +++


+++ Update 23.06., 13:20 Uhr: Nach einer Woche wurde die Corona-Warn-App bereits fast 12 Millionen mal heruntergeladen. Fast 15 Prozent der Menschen in Deutschland haben die App damit bereits installiert. +++


+++ Uptdate 22.06., 14:20 Uhr: Neue Studie zeigt: Mehr als ein Viertel der Befragten hat Zweifel am Nutzen der Corona-Warn-App. +++


+++ Uptdate 19.06., 17:00 Uhr: Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, verteidigt Corona-Warn-App gegen Kritik. +++


+++ Uptdate 17.06., 09:00 Uhr: Die Corona-Warn-App verzeichnet bereits über eine Million Downloads im Google Play Store. Ähnlich hoch dürfte die Zahl der Download im App Store sein. +++


+++ Update 16.06., 12:15 Uhr: Die Corona-Warn-App kann direkt im App Store und Google Play Store heruntergeladen werden oder über die offizielle Seite der Bundesregierung. Wichtiger Hinweis: Die Anwendung benötigt mindestens die iOS-Version 13.5, bei Android-Geräten die Version 6.0. +++


+++ Update 16.06., 08:29 Uhr: Dr. Michael Littger von DsiN zum Start der Corona-Warn-App: „Wichtige Verhaltensregeln fehlen komplett.“ Der Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz weist darauf hin, dass so kurz vor dem Startschuss noch immer die wichtigsten Fragen der Verbraucher*innen nicht geklärt sind. Und obwohl der Bundesdatenschutzbeauftragte eindringlich davor warnte, den Zugang zu Geschäften oder gar der eigenen Arbeitsstelle von der Nutzung der Corona-Warn-App abhängig zu machen, steht diese Befürchtung dennoch für viele Menschen im Raum. „Bei unseren Anlaufstellen bei Deutschland sicher im Netz geht es erst jetzt richtig los mit den Verbraucherfragen“, sagt Littger. Wir haben unsere Teams in den vergangenen Wochen auf diese Fragen vorbereitet. Denn wir sind überzeugt, dass die Akzeptanz der Corona-Warn-App mehr persönliche Gespräche und Begleitstrukturen erfordert.“ +++


+++ Update 15.06., 16:00 Uhr: Bundesdatenschutzbeauftragter Ulrich Kelber warnt: "Die Aufforderung zur Nutzung der App durch Arbeitgeber, Geschäfte oder ähnliches würde schon nach bestehender Gesetzeslage datenschutzrechtlich nur in Ausnahmefällen Stand halten." +++


+++ Update 15.06., 08:45 Uhr: Corona-Warn-App startet am morgigen Dienstag. Mehreren Medien zufolge soll der Download schon am Montagabend möglich sein. Download und Nutzung sind freiwillig. +++

 


Die Corona-Warn-App der Bundesregierung
 

Wie die Corona-Warn-App funktioniert

Konkret liegt der Corona-Warn-App in Deutschland die Contact-Tracing-Methode zu Grunde. Unter dem Einsatz der Nahfunktechnik Bluetooth Low Energy-Technologie, einer energiesparenden Variante von Bluetooth, werden pseudonymisierte ID-Codes ausgetauscht, die bei einer nachweislich infizierten Person potenzielle Kontaktpersonen ermitteln. So kann über ein mögliches Infektionsrisiko informiert werden.


Die App speichert hierfür zunächst sogenannte Kurzzeit-Identifikationsnummern der Geräte, die sich für eine bestimmte Zeit in ihrer Nähe aufgehalten haben. Einmal täglich ruft die Anwendung dann die Identifikationsnummern kürzlich positiv getesteter Personen ab und vergleicht sie mit jenen, die gespeichert wurden. Im Falle einer Übereinstimmung erfolgt eine Benachrichtigung bzw. Warnung. Um maximale Transparenz zu schaffen, haben die Entwickler den Programmcode vor Kurzem vollständig veröffentlicht.


Zu betonen ist, dass die angewandte Bluetooth-Technologie kein Diagnose-Werkzeug ist. Ziel der Warn-App ist es, dazu beizutragen, das eigene Risiko besser einzuschätzen und ggf. Vorsichts- und Schutzmaßnahmen zu treffen, um Infektionsketten besser durchbrechen zu können.

Hinweis: Für die Klärung von Begriffen und Fachtermini rund um die Corona-Warn-App stellt die Bundesregierung ein Glossar (Link zur PDF) zur Verfügung.

Vorteile der Corona-Warn-App

Nutzer*innen der App haben den Vorteil, dass sie einfacher und besser über ein mögliches Infektionsrisiko informiert werden können. Bis dato müssen Infizierte eine manuell erstellte Liste ihrer Kontaktpersonen an die Gesundheitsbehörden geben. Die Benachrichtigung der angegeben Personen dauert dann deutlich länger. Zudem werden Kontakte mit Unbekannten, z. B. während einer Zugfahrt oder beim längeren Aufenthalt in Geschäften, außer Acht gelassen.


Geplant ist dazu, über die Corona-Warn-App auch ein mögliches Testergebnis anonymisiert digital abrufen zu können. Die Inbetriebnahme ist insgesamt sehr nutzerfreundlich: Ein gängiger Download über den App Store bzw. Google Play Store und die Aktivierung der Bluetooth-Funktion genügen, um die App zu verwenden. Die Corona-Warn-App funktioniert somit auf nahezu jedem Smartphone. Dafür haben Apple und Google die entsprechen Schnittstellen über Updates zur Verfügung gestellt und die Voraussetzungen für die Funktionalität geschaffen.

Die Nutzung der Corona-Warn-App ist freiwillig. Der potenzielle Erfolg der App wurde deshalb von Experten zunächst in Frage gestellt. Sie gingen davon aus, dass mindestens 60 Prozent der Deutschen, also 50 Mio. Personen, die App nutzen müssten, um die Pandemie einzudämmen. Inzwischen wurden diese Aussagen durch neue Studien relativiert. Auch eine geringere Zahl an Nutzer*innen kann demnach schon einen positiven Effekt erzielen.

 




Sicherheit der Corona-Warn-App

Zu den meistdiskutierten Themen in Verbindung mit der App gehören der Datenschutz sowie Datensicherheit. Die Entwickler der Corona-Warn-App versichern, dass die App mit dem europäischen Datenschutzrecht in Einklang steht. Die Daten, die beim Tracing dezentral auf dem Handy gespeichert werden, werden nach zwei Wochen wieder gelöscht. Bewegungsdaten werden nicht erhoben. Die dezentrale Speicherung sorgt zudem für höhere Datensicherheit. Diese werden dabei nur auf den jeweiligen Geräten und nicht auf zentralen Servern abgelegt. Seinen Status auf „infiziert“ stellen, kann jemand in der App nur mit einem entsprechenden Code von den Gesundheitsbehörden. So wird einem Missbrauch entgegengewirkt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass zahlreiche Vorkehrungen wie die Anonymisierung und Auslassung von Bewegungsverfolgung sowie die relativ kurze Aufbewahrungszeit datenschutzrechtlich positiv zu bewerten sind. Ebenso zu befürworten ist die Entscheidung, die Daten dezentral abzulegen, da so keine Instanz über eine Datenhoheit verfügt. Eine Zurückverfolgung auf Identitäten, wie Kritiker befürchteten, soll mit der Tracing-Methode nicht möglich sein. Zu begrüßen ist auch, dass ein positiver Infektionsstatus nicht willkürlich in die App eingetragen werden kann, sondern eine Verifizierung durch die Behörden notwendig ist.

Vorsicht: Das Risiko für Fake-Apps steigt mit Einführung der Corona-Warn-App voraussichtlich an. Kriminelle könnten versuchen, über Imitate an Nutzerdaten zu gelangen. Verbraucher*innen sollten die Anwendung vor dem Download deshalb unbedingt auf Herausgeber und Nutzerinformationen prüfen.

Schwächen der App

Neben den Vorteilen, die die Corona-Warn-App bietet, birgt sie auch einige Schwächen. So führt der grundsätzlich positiv zu bewertende Verzicht auf Bewegungsdaten und Zeitdaten dazu, dass Betroffene nicht nachvollziehen können, wann der Kontakt stattgefunden haben soll. Bluetooth kann keinen Unterschied bei der Qualität des Kontakts machen oder Faktoren wie das Tragen eines Mundschutzes berücksichtigen. Ein potenzieller Fehlalarm ist deshalb nicht auszuschließen.

Auch kann eine durch die App ausgesendete Warnung dazu führen, dass Menschen bestimmte Orte meiden, obwohl es vielleicht gar nicht nötig ist. Aus technischer Perspektive ist zu bedenken, dass bei einer Datenübertragung über Bluetooth eine Schnittstelle geöffnet wird. Diese könnten sich Hacker zu Nutze machen und z. B. Malware an aktive, sichtbare Geräte senden. Smartphone-Nutzer*innen, die die App nutzen, könnten außerdem einen höheren Akkuverbrauch verzeichnen.

Mit Vorsicht ist die Nutzung der App als mögliche Zugangsvoraussetzung, z. B. für öffentliche Einrichtungen, zu bewerten. Dadurch wäre das Prinzip der Freiwilligkeit faktisch gefährdet.  Viele Verbraucher*innen fragen sich außerdem, was sie im Falle einer Benachrichtigung tun sollen. Wie gehe ich als Verbraucher mit einer Warnmeldung um? Gibt es eine offizielle Verfügung oder eine Anordnung durch die Behörden? Kann und soll kontrolliert werden, ob die Empfänger der Quarantäne-Hinweise sich an die Empfehlungen halten?

Wichtig ist abschließend zu betonen, dass die App nicht die persönliche Achtsamkeit im Umgang mit dem Virus im Alltag ersetzt. Sie ist eine sinnvolle digitale Ergänzung in dieser außergewöhnlichen Situation, schützt aber nicht vor Covid-19.

 

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