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Fr, 20.05.2022 - 10:00

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WhatsApp-Betrug: Polizei warnt erneut vor dem Sohn- oder Tochter-Trick

Das Landeskriminalamt Niedersachen warnt in einer aktuellen Pressemitteilung vor Internetbetrügern. Deren Ziel ist es, Geld zu erbeuten. Insbesondere haben sie es auf ältere Menschen abgesehen, die den Messenger-Dienst WhatsApp nutzen.

Die Betrüger greifen auf eine digitale Weiterentwicklung des seit Jahrzehnten bekannten Enkel-Tricks zurück. Beim Enkel-Trick rufen sie ältere Menschen an, geben sich als Enkel aus und behaupten, Geldsorgen zu haben. Angeblich bräuchten sie umgehend sehr viel Geld, sonst drohe Gefahr. In Sorge übergeben viele Senior:innen den Betrügern das Geld. Im digitalen Zeitalter nutzen die Kriminellen statt des Telefons nun Messenger-Dienste wie WhatsApp: Sie schreiben ihre Opfer an, geben sich als Enkel, vermehrt auch als Sohn oder Tochter aus und bitten im guten Deutsch um Geld per Überweisung auf ein Konto im Ausland. Wie beim Enkel-Trick wird Druck aufgebaut, das Geld bräuchten sie sofort, es läge ein Notfall vor. Auf kritische Nachfragen sind sie vorbereitet: So behaupten sie, dass das alte Handy oder die SIM-Karte kaputt sei, daher nun die neue Telefonnummer. Angerufen werden können sie nicht, der Lautsprecher sei defekt oder sie hätten keine Zeit, alles am Telefon zu erklären.

Das LKA Niedersachen teilt mit, dass es diesesn Trick bereits seit 2021 gibt, zurzeit häufen sich solche Anfragen wieder. Leider steigen auch die Fälle, bei denen Geld tatsächlich überwiesen wurde.

Häufig bleibt unklar, wo und wie die Kriminellen die WhatsApp-Kontakte bzw. die dazugehörigen Telefonnummern erbeutet haben. Denkbar sind gefälschte Angebote bei Kleinanzeigenportalen, auf die sich Interessenten mit ihrer Telefonnummer gemeldet haben. Oder die Opfer haben ihre Telefonummer und ihre Verwandtschaftsbeziehungen einfach in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Außerdem könnte das Handy über Sicherheitslücken vorher gehackt worden sein. Dabei greifen die Kriminellen auf das Handy zu und lesen Daten aus, so zum Beispiel wie der Sohn oder die Tochter heißt. 

Die Polizei rat zur Wachsamkeit, SiBa schließt sich folgenden Tipps des LKA an:

  • Lassen Sie sich nicht verunsicheren! Kontaktieren Sie Ihren tatsächlichen Sohn oder Ihre Tochter paarallel per Mail oder über den WhatsApp-Kontakt, den Sie bisher immer genutzt haben, um sie oder ihn zu erreichen. Oder rufen Sie einfach die Telefonnummer an, über die Sie sie bisher immer erreicht haben.
  • Blockieren oder sperren Sie den Kriminellen, wenn Sie den Betrug feststellen.
  • Sollten Sie bereits Geld überwiesen haben, informieren Sie Ihre Bank und nutzen Sie die Möglichkeit, das Geld zurückzuholen. Das ist bei Überweisungen möglich, muss aber rasch erfolgen.
  • Erstatten Sie dann Anzeige bei der Polizei, sichern Sie zuvor Beweise, indem Sie Screenshots (Bildschirmaufnahmen) des Chatverlaufs erstellen und der Polizei übergeben. Insbesondere sollten Sie die Kontonummer des Betrügers an die Polizei weitergeben.
  • Schließlich rät SiBa zu regelmäßigen Sicherheitsupdates. Diese schließen Sicherheitslücken, nicht nur am Handy, auch am PC. So haben es die Hacker schwerer, auf Ihre Geräte zuzugreifen.
  • Seien Sie auch sparsam mit Ihren Daten, geben Sie beim Shopping in Kleinanzeigenportalen oder in sozialen Netzwerken nicht ihre Telefonnummer an.

In den Links finden Sie weitere Informationen und Tipps des LKA Niedersachsen und von Deutschland sicher im Netz e.V..

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