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DsiN-Tipps: Falschmeldungen erkennen und richtig handeln

Eine wachsende Anzahl an bewussten Falschmeldungen im Internet verunsichert Verbraucher. DsiN gibt aktuelle Tipps zum Erkennen von Hoaxes und erklärt, wie wir richtig reagieren.
Eddy Billard / Usplash CC0 Falschmeldung zu Cornoavirus und Co sicher kontern

 Die Verbreitung von COVID-19 hat innerhalb weniger Wochen zu einem Anstieg von bewussten Falschmeldungen im Netz geführt. Es geht um SMS, Messenger und Mails, aber auch um manipulierte Bilder und Sprachbotschaften. Der Inhalt zielt meist auf angeblich exklusive Informationen zum Coronavirus, die beunruhigen oder verunsichern. 

Supermarktschließungen und Medikamentenkrise: Wie sich Falschmeldungen verbreiten 

 Aktuelle Falschmeldungen zum Coronavirus adressieren in der Regel das gesteigerte Informationsbedürfnis der Menschen und schüren Ängste und Emotionen zu Themen, die im Lebensalltag der Menschen eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören Tipps zur Gesundheit sowie den Bedarfen des täglichen Lebens wie Einkaufen, Schule und Reisen. Oftmals reagieren Verbraucher verunsichert und leiten Nachrichten weiter. Durch die Weiterleitungen können sich Falschmeldungen binnen weniger Stunden im ganzen Land verbreiten. 

„Ganz wichtig, Menschenverstand einschalten“, so Dr. Michael Littger vom Verein Deutschland sicher im Netz, „Gerade bei vermeintlich exklusiven Meldungen, die nur über soziale Netzwerke, Nischenportale oder SMS verbreitet werden, ist Vorsicht geboten. Wenn die Herkunft der Meldung außerdem diffus bleibt, spricht vieles für einen Hoax, also eine Falschnachricht. Verbraucher sollten derartige Meldungen nicht weiter verbreiten. Echte Meldungen werden hingegen meist von seriösen Nachrichtenportalen aufgegriffen, mit einem klaren Hinweis auf ihre Herkunft.“ 

Für eine Überprüfung von aktuellen Meldungen empfiehlt DsiN daher eine Recherche insbesondere bei öffentlichen Stellen und Einrichtungen sowie auch über etablierte Nachrichtenportale. So erfasst das Robert Koch Institut kontinuierlich die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus. Auch die World Health Organization und die Gesundheitsämter liefern aktuelle Informationen.  
 
Die nachfolgenden DsiN-Tipps zum Umgang mit Falschmeldungen helfen in der aktuellen Situation: 

 
Falschmeldungen erkennen – Diese Kriterien deuten auf Unwahrheiten hin: 

  • Informationen sind vage und unvollständig 
    Oft fehlen bei Falschmeldungen wichtige Details wie Namen und Orte und es wird auf Formulierungen wie „ein Arzt“, „ein Onkel aus China“ oder „In einem Dorf in Italien“ ausgewichen.  
     
  • Keine Angaben zu Quellen 
    Bei den so genannten „Fake News“ bleibt die Herkunft einer Nachricht oft im Unklaren. Stattdessen wird ganz allgemein auf einen Mitarbeiter oder unveröffentlichte Berichte verwiesen.  
     
  • Falsche Angaben zu Quellen 
    Auch Verweise auf Behörden, Institute oder Nachrichtenportale können auf falsche Meldungen hindeuten, wenn die betreffende Organisation selbst solche Informationen gar nicht bereit hält.  
     
  • Zweifelhafte Echtheit von Zitaten 
    Zitate vermitteln zwar den Eindruck von Authentizität. Auch hier aber gilt: Äußert sich die Person selbst nicht auch auf anderen Kanälen in diesem Sinne, sind Zweifel angebracht. 
     
  • Keine Datumsangabe bei Meldungen 
    Seriöse Meldungen achten auf die Angabe von Zeiten bei der Berichterstattung. Sind diese gar nicht oder nur beiläufig enthalten, könnte dies für eine erfundene Meldung sprechen.  
     
  • Unausgewogene Meldungen 
    Falsche Meldungen wollen meist eine emotionale Wirkung erzielen und sind daher durch Einseitigkeit geprägt. Hier ist Vorsicht geboten, da eine unredliche Beeinflussung nahe liegt.

Was tun, wenn ich eine Falschmeldung entdeckt oder einen Verdacht habe? 

  • Bekannte Nachrichtenanbieter nutzen 
    Prüfen Sie Nachrichten im Zweifel durch die Informationen auf Newskanälen und etablierten Nachrichtenportalen, die allgemein als vertrauenswürdig bekannt sind.  
     
  • Vorsicht vor dem Weiterleiten  
    Leiten Sie Meldungen bei Zweifeln am Wahrheitsgehalt nicht an Freunde und Bekannte weiter oder machen Sie wenigstens auf Ihre Zweifel aufmerksam, um davor zu warnen.  
     
  • Inhalte bei Plattformen melden 
    Große Internetplattformen wie Facebook, Google und andere Dienste bieten die Möglichkeit, falsche Inhalte zu melden. Machen Sie davon Gebrauch; Anleitung gibt unter anderem stopfake.org.  
     
  • Betroffenen von Falschmeldungen helfen 
    Machen Sie betroffene Personen oder Einrichtungen darauf aufmerksam, wenn sie in einer Falschmeldung zitiert werden, damit diese darauf reagieren können.  
     
  • Schutz vor Virenprogramm 
    Falschmeldungen werden teilweise auch als Vehikel von Schadsoftware verwendet; daher sollte bei diesen Nachrichten stets auf das Öffnen von Anhängen verzichtet werden. 

 
Weitere Informationen zum Umgang mit Falschmeldungen, besonders in den Sozialen Medien, finden Sie auf der Seite www.sicher-im-netz.de/falschnachrichten-desinformation 

Corona-Verschwörungstheorien: Wie reagiere ich richtig? 

Von Zwangsimpfung über Chemtrails bis hin zu einer Übertragung von Corona über das 5G-Handynetz: Anders als bei sogenannten Fake-News und Falschnachrichten, bei denen sich die Urheber*innen darüber bewusst sind, dass sie unwahre oder falsche Behauptungen verbreiten, glauben Anhänger von Verschwörungstheorien etwas zu wissen, was die Mehrheit der Menschen ignoriert oder nicht wahrhaben will. Sie sind also vom Wahrheitsgehalt der Verschwörung überzeugt.  

Verschwörungstheorien unterliegen fast immer der gleichen Erzählung von Gut und Böse: Eine vermeintlich mächtige, einflussreiche Gruppe bedroht dabei „uns“, die vermeintlich Guten. Für die angeführten Szenarien fehlt es aber an Belegen, Quellen oder Beweisen. Stattdessen wird mit einer hoch emotionalen Sprache Angst erzeugt. Falschnachrichten werden dabei bewusst eingesetzt, um Verschwörungstheorien zu bestärken. Oft werden die falschen Behauptungen dann als Belege für diese Theorien herangezogen.  

Verschwörungstheorien im Netz können ganz reale Auswirkungen haben: Zuletzt wurden in immer mehr Ländern zum Beispiel Funkmasten niedergebrannt, da verschiedene Gruppen im Netz behaupten, das Coronavirus würde durch 5G-Funkmasten übertragen. 

Wenn Sie Verschwörungstheorien im Netz begegnen, gilt:  

Hintergründe recherchieren: Lassen Sie sich nicht verunsichern und informieren Sie sich auf verschiedenen seriösen Quellen über die Hintergründe und Absichten solcher Erzählungen. Häufig steckt hinter Verschwörungstheorien eine radikale, politische Agenda. 
 

  • Nicht provozieren lassen: Streiten Sie sich nicht mit Verschwörungstheoretiker*innen. In der Regel werden sie nicht auf Ihre Argumente eingehen, sondern Sie persönlich angreifen und provozieren. Ein derartiger “Shitstorm”, bei dem Sie womöglich ins Visier gleich mehrerer Verschwörungsgläubiger geraten, kann psychisch sehr belastend werden. Blockieren Sie ggf. Benachrichtigungen oder Profile von Kontakten, die Verschwörungstheorien verbreiten.  
     
  • Nicht beleidigend werden: Ein Streit zu Verschwörungstheorien kann schnell eskalieren. Achten Sie darauf, dass sie keine abwertenden Begriffe verwenden. Durch verbale Angriffe fühlen sich Verbreiter*innen von Verschwörungstheorien in ihrer Außenseiterrolle bestätigt und nehmen erst recht eine Abwehrhaltung ein.  
     
  • Beweise sichern: Besonders wenn Verschwörungstheorien gemeinsam mit strafrechtlich relevanten Inhalten gepostet werden (z. B. Bedrohungen oder Anstiftung zu einer Straftat), ist es sinnvoll, Beweise z. B. per Screenshot zu sichern und entsprechende Inhalte den Seitenbetreibern oder der Polizei zu melden. 
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